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12.11.2018

Pressemitteilung Maria Noichl: Mehr Frauen in den Bundestag

Am 12. November 1918 wurde der Grundstein für das Frauenwahlrecht in Deutschland gelegt. Einen Tag nach der Unterzeichnung des Waffenstillstands, der dem 1. Weltkrieg ein Ende setzen sollte, wandte sich der sogenannte Rat der Volksbeauftragten in Berlin mit einem Aufruf an die Bürgerinnen und Bürger. Und dieses Mal waren die Bürgerinnen auch tatsächlich mitgemeint. Dieser Aufruf ebnete den Weg für ein neues Wahlrecht. Eines, das nicht nur Männern das aktive und passive Wahlrecht zusicherte, sondern auch allen Frauen ab 20 Jahren. Das Gesetz dazu trat nur zwei Wochen später in Kraft und sorgte bei den Wahlen am 19. Januar 1919 für 200 Kandidatinnen und schlussendlich 37 gewählten Parlamentarierinnen.

Es war eine kleine Anzahl und doch der Beginn einer neuen Ära. Die Frauen bekamen schon am Tag des Aufrufs einen Ausblick auf das, was ihnen schon immer zustand: Die Zukunft des Landes, des Kontinents und der Welt mitzugestalten.

Bei all den schlechten Nachrichten, die uns in der Gegenwart Tag für Tag in Sachen Gleichstellung und Frauenrechte erreichen, ist das ein Tag zum Innehalten und Feiern. Unseren sozialdemokratischen Schwestern und Brüdern verdanken wir, dass der Gang zum Wahllokal und die Teilhabe in der Politik für uns Frauen heute eine Selbstverständlichkeit geworden ist. Und doch wissen wir, dass ein Gesetz alleine nicht für tatsächliche Teilhabe sorgen kann. Denn Parität sieht anders aus, als die derzeitige Zusammensetzung des Deutschen Bundestages.

Es macht mich betroffen und wütend zu sehen, dass nur so wenig Frauen im Bundestag vertreten sind. Dass nach 100 Jahren Frauenwahlrecht noch immer nicht die Hälfte der Sitze an Frauen geht, kann nur bedeuten, dass das Wahlrecht überarbeitet werden muss. Wir müssen den Frauen ihre ihnen zustehenden Plätze garantieren.

Deshalb sollten wir Frauen den heutigen Tag nutzen, um Kraft aus dem bereits Geschafften zu sammeln, denn der Kampf für vollkommen gleichgestellte politische, soziale und wirtschaftliche Teilhabe geht weiter.