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05.09.2020

Resolution Women on board – Frauen in Aufsichtsräte – Frau Merkel, jetzt aber flott! SPD-Frauen fordern die Kanzlerin auf, europäischen Frauen nicht im Wege zu stehen.

Während Deutschland 2015 auf Initiative der SPD sein eigenes Gesetz zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten verabschiedet hat, warten die europäischen Frauen weiterhin vergebens auf diesen nächsten Schritt der Gleichstellungspolitik. Es scheint zudem so, als sei Deutschland eines der Länder im Europäischen Rat, welches diesen weiteren Schritt aktiv verhindert.

Wir fordern die Kanzlerin auf, dieses Thema zur Chefinnensache zu machen. Wir fordern, dass das Kanzlerinnenamt die Blockadehaltung aufgibt, sich aktiv für die erneute Verhandlungsaufnahme rund um das Dossier einsetzt, und dass noch während der deutschen Ratspräsidentschaft ein Kompromiss gefunden wird, der die Gleichstellung und die Frauen Europas nach vorne bringt. Jetzt besteht die Gelegenheit, etwas für die Frauen in der EU zu tun!

Hintergrund:

Bereits im November 2012 legte die EU- Kommission einen Richtlinienvorschlag zur Erhöhung des Frauenanteils unter nicht geschäftsführenden Direktorinnen und Direktoren von an den EU-Börsen notierten Unternehmen vor.

Mit dem kurz „Women on board“ genannten Vorschlag sollte das Ziel von mindestens 40 Prozent des bislang unterrepräsentierten Geschlechts unter den Aufsichtsratsmitgliedern in den genannten Unternehmen im privaten Sektor bis 2020 und in öffentlichen Unternehmen bis 2018 europaweit erreicht werden. Dies sollte ein weiterer Schritt zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Männern und Frauen sein, der den breiten Talentpool von Kandidatinnen und Kandidaten für diese Positionen ausnutzt, und diese Entscheidungsebene endlich auch Frauen in gleicher Weise wie Männern zugänglich macht. Die Richtlinie und der damit einhergehende Umbau der Aufsichtsräte hätte zudem das Potential, weitere positive Auswirkungen auf die Diversität in Unternehmen insgesamt, die Unternehmenskultur sowie -performance zu forcieren.

Das Europäische Parlament forderte nur wenige Änderungen des Vorschlags und stellte sich bereits im November 2013 parteiübergreifend hinter ihn. Eine Stellungnahme des Europäischen Rates hingegen steht bis heute aus.

Maria Noichl
ASF-Bundesvorsitzende
Mitglied im Europäischen Parlament