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17.08.2017

Pressemitteilung Gleichstellung ist wählbar – noch 40 Tage bis zur Bundestagswahl

Zu Beginn der sogenannten heißen Wahlkampfphase fordert die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, Elke Ferner (SPD), die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen auf dem Arbeitsmarkt:

Neben dem Frauenwahlrecht forderten die Aktivistinnen der frühen Frauenbewegung, dass Frauen am Arbeitsmarkt gleichberechtigt und finanziell unabhängig sein können. Das Frauenwahlrecht feiert im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag. Doch von der vollständigen Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt sind wir noch meilenweit entfernt.

Mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Frauen arbeiten in Teilzeit. Die Lohnlücke und daraus resultierend die Rentenlücke sind im europäischen Vergleich mit 21 bzw. 53 Prozent besonders hoch, der Frauenanteil in Führungspositionen ist besonders niedrig. Junge Frauen und Männer wählen noch immer ähnliche Berufe und Studienfächer wie in den 1970er Jahren.

Eines hat sich aber verändert: Der überwiegende Teil der jungen Generation möchte Beruf und Familie partnerschaftlich teilen. Mehr Frauen wollen ihre gute Ausbildung für mehr Aufstiegschancen und Teilhabe im Beruf nutzen und trotzdem Kinder haben – immer mehr Männer wollen mehr Freiraum, um sich neben Beruf und Karriere auch um ihre Kinder zu kümmern und ihre Partnerin bei der familiären Sorge zu entlasten.

Wir haben bei der Gleichstellung kein Erkenntnisdefizit, sondern ein Umsetzungsdefizit. Zwar haben wir in dieser Wahlperiode dank der Hartnäckigkeit der SPD viel erreicht, aber wir könnten weiter sein, hätten CDU und CSU nicht wichtige Bausteine wie z.B. das Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit oder die Entgeltgleichheit blockiert oder verzögert. Dabei war kein Argument zu plump. Wenn gar nichts mehr half, kam das Totschlagargument „Bürokratiemonster“.

In der nächsten Wahlperiode wird die SPD an die erreichten Fortschritte anknüpfen: Das Rückkehrrecht aus Teilzeit zur früheren Arbeitszeit muss kommen. Die Lebensleistung von Frauen werden wir anerkennen und ihre Alterssicherung verbessern. Nach ersten Erfolgen bei Frauen und Führungspositionen und bei der Entgeltgleichheit gibt es weiteren Handlungsbedarf. Unser Ziel bleibt die Parität in allen Führungspositionen und ein wirksames Entgeltgleichheitsgesetz mit einem Verbandsklagerecht. Die sozialen Berufe müssen aufgewertet werden. Frauen haben für ihre Leistung genauso viel Respekt und Anerkennung verdient wie Männer. Egal ob sie noch in der Ausbildung sind oder studieren. Egal ob sie im Supermarkt an der Kasse arbeiten oder unsere Angehörigen pflegen. Und egal ob sie im OP-Saal Herzen verpflanzen oder Konzerne leiten.

Um Beruf und Familie partnerschaftlich vereinbaren zu können, fordern wir die Familienarbeitszeit und verlässliche Ganztagsangebote für Kinder bis mindestens zum 10. Lebensjahr.

Es gibt nicht DIE eine Maßnahme, die alle Probleme beseitigt. Gleichstellungspolitik ist eine echte Querschnittsaufgabe. Deshalb müssen alle Maßnahmen in einem Aktionsplan Gleichstellung gebündelt, verbindliche Ziele gesetzt und diese überprüft werden.

Gleichstellung ist machbar und sie ist wählbar.