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ASF Hamburg: Dialogtrip nach Stockholm

Dialogtrip nach Stockholm: „Gleichstellung und politisches Engagement in einer digitalisierten Gesellschaft“

„Gleichstellung und Digitalisierung“ bzw. digitale Transformation ist ein Schwerpunktthema der ASF Hamburg. Im Zuge dessen hat es Ende August/Anfang September 2018 einen „Dialogue-Trip“ von politischen Aktivistinnen nach Stockholm, Schweden gegeben, darunter auch Frauen der ASF-Hamburg. Das Thema: „Gender equality and political engagement in a digitalized society“.

Die Hamburger-Reisegruppe traf z.B. die Online-Aktivistin Maria-Pia Cabero von Rättviseförmedlingen/Equalistas, die u.a. Untersuchungen zu „Gleichstellung und Medien“ machen. Dazu gehört sich anzuschauen, wie viele journalistische Experten mit Migrationshintergrund in den Europäischen Medien zu finden sind – und wie diese in Online Publikationen sowie Online-Foren zu Wort kommen. Bevor Cabero angefangen hat bei Equalistas zu arbeiten (deren Firmensitz in einem wunderschönen Co-Working Haus ist und einen sensationellen Blick auf den Königspalast hat) war sie als Online-Aktivistin gegen skandinavische Neo-Nazis aktiv.

Eines der vielen Highlights der Kurzreise war das Treffen mit der Staatssekretärin für Kinder, Senioren und Gleichstellung, Dr. Maja Fjaestad im Sozialdepartment. - Fjaestad ist eine ausgewiesen Expertin in Sachen Digitalisierung und hat einen hervorragenden Vortrag zu „Digitalization, gender and modern politics“ gehalten, der weit von dem entfernt ist, was hierzulande diskutiert wird. Neidlos mussten wir anerkennen: Die Schweden sind uns hier Lichtjahre voraus. Und das hat einen Grund.

Schwedens Bekenntnis zu Feminismus und Digitalisierung

Das nordische Königreich hat bereits vor der Jahrtausendwende Maßnahmen für eine digitalisierte Gesellschaft gestellt - in der Bildung, im Gesundheitswesen und im Zusammenspiel mit Behörden und der Zivilgesellschaft.

Dieser Ansatz geht weit über hierzulande viel zu häufig diskutierte Funkloch-Melde-Apps, Breitbandanschlüsse, Glasfaserkabel oder auch die Frage, wie eine Cloud funktioniert, hinaus. Digitalisierung war in Schweden von Anfang an Chef*innensache, und kein ungeliebtes Stiefkind.

Digitalisierung muss, so die schwedische Argumentation – durchacht sein und sämtliche Bereiche der Gesellschaft durchdringen. Das haben die Skandinavier bereits in den 1990ern verstanden – und formulierten bereits im Jahr 2000 ihre digitale Strategie, die „ICT Information Society for all“.

Klar, auch in Schweden ist nicht alles Gold, was glänzt, das macht Maja Fjaestad in ihrem spannenden Vortrag deutlich. Der sorglose Umgang mit Daten fällt den Skandinaviern jetzt auf die Füße, die Deutschen, so Fjaestad, seien bezüglich Datenschutz weitaus besser ausgerüstet, als es die Schweden jemals waren. Dennoch sind wir beeindruckt: Davon, dass sich auch die Männer der schwedischen Sozialdemokratie klar zum Feminismus bekennen. Davon, dass sich die schwedische Regierung als feministisch bezeichnet. Davon, dass bereit in den 1970er Jahren die Individualbesteuerung eingeführt wurde, der Reißverschluss in den 1990ern usw.

Vor allem wissen wir jetzt auch, dass die noch für dieses Jahr geplante Digitalveranstaltung der ASF Hamburg auf 2019 verschoben werden muss. Das Schwerpunktthema ist zu wichtig, als dieses innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden zu stampfen, vor allem müssen die Inhalte samt der Referent*innen stimmen und abgestimmt werden.

Die Bundesregierung hat vor wenigen Wochen einen Digitalrat eingerichtet. Da ist viel Wirtschaft drin, wenig Gesellschaft dabei. Wir Hamburger SPD-Frauen wollen eine tiefergehende gesellschaftliche Diskussion (anregen). Denn die Digitalisierung geht uns alle an, und diese geht über MINT-Diskussionen, Technik und Geld weit hinaus. Wir benötigen ein Bekenntnis zur Digitalisierung und zum Feminismus. In Politik und Gesellschaft.

Sandra Goetz, Landesvorsitzende ASF Hamburg